Evangelische Jugendhilfe e.V.
Hermann Bödeker
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Was soll ich schreiben? Vieles fällt mir ein, fange ich einfach an. Als ich am 19. September 1966 in dem ‘Evangelischen Säuglings- und Kinderheim Bödeker-Krippe’ anfing, waren dort etwa 65 Kinder im Alter von 8 Tagen bis zu 6 Jahren. Sie hatten in der 1. Etage vier Schlafzimmer, die folgendermaßen eingeteilt waren: Im 1. Zimmer Säuglinge von 8 Tagen bis zu 6 Monaten, im 2. Zimmer Kleinstkinder von 6 Monaten bis zu einem Jahr, im 3. Zimmer Kleinkinder von ein bis eineinhalb und im 4. Zimmer gab es einen großen Raum mit einem Schrank und einem Rundtisch mit angebauter Bank, hier hielten sich die Kinder auf, wenn sie nicht schliefen. Im Erdgeschoss gab es zwei Gruppen, die ‘Kleine’ mit den Kindern von 2 bis 4 und die ‘Große’ mit den Kindern von 4 bis 6 Jahren. Wenn ein Kind vier Jahre in der ‘Bödeker-Krippe’ lebte, war es durch 6 Gruppen gegangen. Das haben wir bald geändert. Vom Säuglingszimmer wechselten die Kinder gleich in eins der anderen Zimmer in der 1. Etage und von dort später in die kleine oder große Gruppe im Erdgeschoss. Ein besonderes Ereignis war für die Kinder der beiden Gruppen der Badetag. Dazu ging es ins Untergeschoss in einen Raum, in dem zwei Badewannen standen. Da ich keine sechsjährigen Kinder in ein anderes Heim verlegte und auch junge Schulkinder aufnahm, kam es im Laufe der Jahre zunächst zu zwei, später zu drei sogenannten familienähnlichen Gruppen. 1968 machte sich der Pillenknick bemerkbar, und von der AWO wurde ein Heim für Mutter und Kind gebaut. So ging die Nachfrage nach Plätzen für Säuglinge zurück und wir gaben die Säuglingsstation auf. Zur besseren Auslastung richteten wir für einige Zeit eine Krabbelstube für Tageskinder im Untergeschoss ein. Sehr gut ist mir in Erinnerung geblieben, dass ich 1966 nach 10 Tagen Löhne und Gehälter auszahlen musste. Da ich noch keine Unterschriftsberechtigung für das Konto hatte, ging ich ins Henriettenstift zu der Diakonisse, die bisher Verwaltung und Buchführung gemacht hatte, bekam einen Scheck über 8.000,- DM, ging zur Sparkasse, holte mir das Geld und bekam es in Tausendmarkscheinen. Erst später fiel mir ein, wie ich die wohl verteilen oder kaputt schneiden sollte; es blieb mir nichts anderes übrig, als zur Bank zurückzugehen und das Geld in kleinere Scheine zu tauschen. In den ersten Monaten habe ich unendlich viel Neues gelernt. Für die Beratung in Buchführung kam Ende jeden Monats Herr Löhdefink mit einem kleinen Köfferchen, und wir gingen gemeinsam die Rechnungen durch. Ich glaube, der 1. Jahresabschluss brachte ein Plus von 160,- DM. Als ich besorgt fragte, wovon wir Ende Januar Löhne und Gehälter bezahlen sollten, tröstete mich Herr Löhdefink und meinte, das klappt schon, in den anderen Jahren haben wir schon mit Minus
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